ÄGYPTEN


HAPPY BIRTHDAY
Ein Spielfilm von Sarah Goher

Toha ist acht Jahre alt und arbeitet als Kindermädchen bei einer wohlhabender Familie in Kairo. Zu Nelly, der Tochter ihrer Arbeitgeber, entwickelt sie eine besondere Beziehung. Toha hat ihren Geburtstag nie gefeiert, und ist fest entschlossen, Nelly eine perfekte Party zu organisieren. Dabei hofft sie insgeheim, die Freude zu erleben, die sie selbst noch nie gekannt hat. Als Tohas Verhältnis zu Nellys Mutter Laila allmählich die Grenzen zwischen Arbeitgeberin und Angestellte überschreitet, geraten tief verwurzelte soziale Hierarchien ins Wanken und Toha bleibt nichts anderes übrig, als sich mit der harten Realität der Klassenunterschiede im modernen Ägypten auseinanderzusetzen.
Happy Birthday, Sarah Gohers Spielfilmdebüt, wurde 2025 auf dem Tribeca Festival in New York uraufgeführt (u.a. Preise bester Film und bestes Drehbuch), lief erfolgreich auf internatonalen Filmfestivals und war die Einreichung Ägyptens für die Oscar 2026.

Ägypten 2025, 95 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. Untertiteln

Fr 09.10., 18.30 h
Innenstadtkinos EM Stuttgart


IRAK


IRKALLA: GILGAMESH’S DREAM | IRKALLA HULM JIJILJAMISH
Ein Spielfilm von Mohamed Al Daradji

Chum-Chum ist ein verträumter Neunjähriger, der unter Diabetes und dem Verlust seiner Eltern leidet. Er glaubt, im Tigris befinde sich ein Tor zur Unterwelt Irkalla, und hofft, sich dort mit ihnen wieder zu vereinen. Das besagt zumindest das Gilgamesh-Epos, das älteste erhaltene Werk der Weltliteratur, das die Geschichte des sumerischen Königs von Uruk erzählt. Als sein treuer Freund Moody durch die Miliz rekrutiert werden soll, muss sich Chum-Chum zwischen Mythos und Wahrheit entscheiden. Gemeinsam stellen sie sich der unerbittlichen Situation und entdecken Hoffnungsschimmer und den dauerhaften Geist einer Stadt, die sich weigert zu zerbrechen.
In seinem Film beleuchtet der irakische Regisseur Al Daradji (u.a. Son of Babylon, In the Sands of Babylon, The Journey) die Nöten von Kindern in einer zerstörten Welt und ihren Blick auf die Erwachsenen, die diese Zerstörung zu verantworten haben.
Der Film feierte seine Premiere 2025 in Locarno, lief u.a. in Toronto.

Irak,VAE, F, UK, Katar, Saudi Arabien 2025, 107 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. Untertiteln

Do 08.10., 18.30 h
Innenstadtkinos EM Stuttgart


THE LIONS BY THE RIVER TIGRIS
Ein Dokumentarfilm von Zaradasht Ahmed

Mosul, eine der ältesten Städte der Welt, wurde jahrelang vom IS besetzt und lag nach der Befreiung in Trümmern. Der unerwartet hoffnungsvolle Film begleitet drei Männer, die versuchen, nicht nur die Stadt, sondern auch ihre Seele wieder aufzubauen. Bashar, ein Fischer, kehrt immer wieder zu seinem zerbombten Elternhaus am Tigris zurück, wo ein geschnitzter Marmorsturz mit zwei Löwen das letzte noch erhaltene Relikt seiner Vergangenheit ist. Fakhri, ein Antiquitätensammler, träumt davon, die Löwen am Eingang seines selbst errichteten Museums aufzustellen, während Fadel, ein Musiker, Lieder wiederbelebt, die während der IS-Herrschaft verboten waren.
Regisseur Zaradasht Ahmed fängt mit Würde und Zärtlichkeit eine Stadt ein, die sich von ihrem Trauma langsam erholt und wieder zum Leben erwacht.
The Lions by the River Tigris lief auf zahlreichen internationalen Filmfestivals, darunter CPH:DOX und Doc NYC.

Irak, Norwegen, NL 2025, 92 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. Untertiteln

Sa 03.10., 18.00 h
Linden-Museum Stuttgart


JEMEN


THE STATION | AL MAHATTA
Ein Spielfilm von Sara Ishaq

In einem Dorf im vom Krieg zerrütteten Jemen betreibt Layal eine Tankstelle, der einzige sichere Zufluchtsort für Frauen. Hier gelten einfache Regeln: keine Männer, keine Waffen, keine Politik.  Als Layals 12-jähriger Bruder vor der Einberufung zum Militär steht, versucht sie ihn zu verstecken, worüber er nicht gerade begeistert ist. Unerwartet taucht ihre entfremdete Schwester auf und unterbreitet ihrem Bruder einen Vorschlag, was die Beziehung der Schwestern auf eine harte Probe stellt.
Die jemenitisch-schottische Regisseurin Sara Ishaq erschafft in The Station eine kleine Enklave des Glücks, in der Frauen dem Obskurantismus in ihrem Umfeld mit Mut und Fröhlichkeit entgegentreten. Mit überraschender Energie und einem Hauch von Burleske beleuchtet sie ihre Schwesternschaft, ihre Selbstbestimmung und ihren Widerstand gegen Krieg und Autoritarismus. 
The Station feierte seine Weltpremiere 2026 in Cannes (Semaine de la Critique).

Jemen, JOR, F, D, NL, Norwegen, Katar 2026, 112 Min., Originalfassung (Arabisch) mit dt. Untertiteln


Fr 02.10., 19.30 h
Linden-Museum Stuttgart

ERÖFFNUNGSFILM


LIBANON


ONLY REBELS WIN
Ein Spielfilm von Danielle Arbid

In Beirut trifft die Witwe Suzanne (Hiam Abbas) auf Osmane. Der junge Mann aus dem Sudan hat keine Papiere und hofft auf eine bessere Zukunft. Suzanne hat palästinensische Wurzeln, ist Witwe und kommt aus der Mittelschicht. Sie hat erwachsener Kinder und ist viel älter als er. Die Beiden kommen sich allmählich näher. Doch ihre Beziehung löst Empörung aus: Ihre Kinder wollen sie nicht mehr sehen, Kollegen distanzieren sich und Nachbarn rufen die Polizei. Das Paar muss den Feindseligkeiten stellen und sich wehren...
Only rebels win der libanesisch-französichen Regisseurin Danielle Arbid sollte ursprünglich in Beirut gedreht werden. Die israelischen Bombardements verhinderten den Dreh und der Film wurde im Studio in Frankreich produziert.
Only rebels win feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2026 und eröffnete die Panorama-Sektion.

Libanon, Frankreich, Katar 2026, 98 Min., Originalfassung (Arabisch) mit dt. Untertiteln

Sa 10.10., 20.00 h
Linden-Museum Stuttgart


YESTERDAY THE EYE DIDN’T SLEEP
Ein Spielfilm von Rakan Mayasi

Im von Nebel umhüllten Bekaa-Tal, zwischen dem Libanon und Syrien, setzt jemand einen Lastwagen in Brand und breitet damit in der Beduinengemeinschaft einen Funken des Unheils aus. Gamra ist verschwunden – vielleicht versteckt sie sich oder ist geflohen –, und ihr Cousin Yasser macht sich auf den Weg, um sie zu finden. Je tiefer er nachforscht, desto mehr stößt er auf alte Feindschaften und die langsame Logik der Rache. Zu Hause sollen seine Schwestern Jawaher und Rim die Dinge wieder ins Lot bringen. Die eine ist gelassen, die andere wehrt sich, doch beide wissen, wie schnell Mädchen gegen Frieden eingetauscht werden können...
Inspiriert von den Memoiren seiner Großmutter entwickelt Regisseur Rakan Mayasi die Handlung seines fesselnden Filmdebüts. Mit der Schönheit der Aufnahmen, die Gemälden gleichen, beschwört dieses filmische Poem die auf den Frauen lastenden sozialen Zwänge herauf.
Yesterday The Eye Didn’t Sleep wurde 2026 in Cannes (Un certain regard) uraufgeführt.

Libanon, Belgien, Palästina, Katar, Saudi Arabien 2026, 100 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. Untertiteln

 

Fr 09.10., 20.30 h
Innenstadtkinos EM Stuttgart


LIBYEN


MY FATHER AND QADDAFI
Ein Dokumentarffilm von Jihan Kikhia

Als Jihan sechs Jahre alt war, verschwand ihr Vater spurlos. Mansur Rashid Kikhia, einst libyscher Außenminister, UN-Botschafter und engagierter Menschenrechtsanwalt, hatte sich nach seinem Bruch mit dem Gaddafi-Regime dem friedlichen Widerstand verschrieben. 1993 verliert sich seine Spur in einem Hotel in Kairo. Seine Frau Baha Omary, eine syrisch-amerikanische Künstlerin, begann daraufhin eine jahrelange Suche nach der Wahrheit. Was folgt, ist eine Reise durch politische Machtspiele und diplomatische Verstrickungen, die eine ganze Familie in ein internationales Geflecht aus Geheimnissen und Gefahr verstricken.
Anhand von Archivbildern, privaten Videos und Erfahrungsberichten folgt Regisseurin Jihan Kikhia in ihrem hochinteressanten und bewegendem Film nicht nur den Spuren eines verlorenen Vaters, sondern beleuchtet auch die Geschichte Libyens während der Gaddafi-Ära und der Zeit davor – im Kontext von Kolonialismus, Imperialismus und ausländischer Intervention.
My Father And Qaddafi lief 2025 auf der Biennale in Venedig und auf zahlreichen internationalen Filmfestivals.

Libyen, USA 2025, 88 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. Untertiteln

Fr 09.10., 18.00 h
Linden-Museum Stuttgart


MAROKKO


LA MÁS DULCE | STRAWBERRIES | DIE ERDBEERPFLÜCKERIN
Ein Spielfilm von Laila Marrakchi

Hasna und Meriem, zwei junge Frauen, verlassen ihre Heimat Marokko und reisen nach Andalusien, um dort bei der Erdbeerernte zu arbeiten. In der Hoffnung, nach Hause zurückzukehren und ihren Familien ein besseres Leben zu ermöglichen, stoßen ihre Träume auf eine harte Realität. Die Arbeitsbedingungen sind menschenunwürdig und es häufen sich Vorkommnisse des Missbrauchs und der Belästigung. Beide müssen die schwierige Entscheidung treffen, sich gegen ein mächtiges patriarchalisches System aufzulehnen und dabei alles aufs Spiel zu setzen, um ihre eigenen persönlichen Rechte zu erlangen.
Laila Marrakchi beleuchtet in ihrem neuen Film aktuell und aufschlussreich nicht nur den teuflischen Kreislauf aus Verzweiflung und Unterdrückung, sondern auch die unbewusste Privilegiertheit der wohlhabenden Gesellschaften, die auf diese Arbeitskräfte angewiesen sind.
La más dulce (Strawberries) wurde 2026 in Cannes (Un certain regard) uraufgeführt und geht für Marokko in das Rennen um den Oscar 2027.

Marokko, Spanien, Frankreich, Belgien 2026, 101 Min., Originalfassung (Arabisch, Spanisch) mit dt. Untertiteln

Do 08.10., 20.45 h
Innenstadtkinos EM Stuttgart


PALÄSTINA


AMERICAN DOCTOR
Ein Dokumentarfilm von Po Si Teng

Drei Ärzte mit völlig unterschiedlichen Hintergründen und Persönlichkeiten begegnen sich in diesem bewegenden Film über den Krieg in Gaza. Es verbindet sie ihr gemeinsamer Eid, Leben zu retten. Dr. Thaer Ahmad ist maßvoll und strategisch, Dr. Mark Perlmutter ist unverblümt und trägt sein Herz auf dem Ärmel, und Dr. Feroze Sidhwa ist medienaffin und produktiv. In einem Wettlauf gegen die Zeit begleitet Regisseurin Poh Si Teng die Bemühungen der drei Ärzte in einem Krankenhaus in Gaza, so viele Leben wie möglich zu retten. Gemeinsam kämpfen sie darum, ein Versprechen gegenüber ihren palästinensischen Kollegen und Patienten einzuhalten, den Kampf dort fortzusetzen, wo es am wichtigsten ist: in den Vereinigten Staaten.
American Doctor, der neue Film der US-amerikanischen oscar-nominierten Filmemacherin und Emmy-Preisträgerin Po Si Teng feierte seine Weltpremiere 2026 im Wettbewerb des Sundance Film Festival und lief anschließend erfolgreich u.a. in Thessaloniki, CPH:DOX in Kopenhagen und HotDocs in Toronto.

USA, Palästina, Malaysia, Katar, DK 2026, 93 Min., Originalfassung (Englisch, Arabisch) mit engl. Untertiteln

Sa 03.10., 20.00 h
Linden-Museum Stuttgart


WHO IS STILL ALIVE | QUI VIT ENCORE
Ein Dokumentarfilm von Nicolas Wadimoff

Eine Karte von Gaza, seinen Städten, Lagern und Quartieren. Weiße Farbe auf schwarzem Boden. In den notdürftig gezeichneten Umrissen erzählen neun Flüchtlinge von der Hölle, der sie entkommen konnten, von ihrem früheren Leben und den Verlust von geliebten Menschen. Durch das Teilen ihrer Geschichten versuchen die Protagonist*innen, wieder Zugang zu sich selbst zu gewinnen und aufzuhören, nur wie Geister zu existieren.
„Was die Überlebenden von Gaza durchgemacht haben, lässt sich nicht in Worten fassen. Manchmal sagen Gesten, das Atmen und Schweigen mehr. Unsere Worte scheinen angesichts dieser systematischen Zerstörung machtlos. Es geht nicht um politische Lager, sondern darum, die Geschichten eines Volkes zu erzählen, das schon oft entmenschlicht wurde. Zuhören, beobachten, fühlen – geschundene Körper, verwundete Seelen, zerstörte Hoffnung. Der Film verbindet wie über eine Brücke das Intime mit dem Kollektiven. Er ist ein Aufruf, gemeinsam das Undenkbare zu denken, Menschlichkeit zurückzugewinnen, damit Leben bleibt – dort und hier.“ Nicolas Wadimoff
Der Film des Schweizers Nicolas Wadimoff feierte seine Weltpremiere 2025 in Venedig und gewann den Cinema & Arts Award . Er lief weltweit erfolgreich u.a. bei den Solothurner Filmtagen, Los Angeles und Zürich.
Who Is Still Alive vertritt die Schweiz im Rennen um einen Oscar 2027.

Schweiz, Palästina 2025, 113 Min., Originalfassung (Arabisch) mit dt. Untertiteln

Do 08.10., 19.30 h
Linden-Museum Stuttgart


TODOS SOMOS GAZA | BORN IN GAZA: WE ARE STILL HERE
Ein Dokumentarfilm von Hernán Zin

Im Jahr 2014 filmte der argentinisch-spanische Kriegsreporter, Schriftsteller und Regisseur Hernán Zin eine Gruppe von Jungen und Mädchen mitten im Krieg in Gaza für seinen Fim Nacido en Gaza, einem der weltweit meistgesehenen Dokumentarfilme auf Netflix im Jahr 2023. Damals machten sie sich auf den Weg, um sie wiederzufinden: um herauszufinden, wer überlebt hat, wie sie leben und was aus ihren Träumen geworden ist, eine authentische, schonungslose und bewegende Suche durch Kriegszerstörung und Trümmer.
Todos somos Gaza ist eine zutiefst menschliche Reise, eine Hommage an die unterbrochene Kindheit und ein filmisches Dokument der Zerstörungswut der israelischen Armee. Dank eines mutigen Teams palästinensischer Filmemacher entsteht ein historisches Dokument über den Völkermord, gesehen mit den Augen der Jungen und Mädchen, die inzwischen erwachsen sind.
Nach einer weltweiten Festivaltournee und einer Nominierung als Bester Dokumentarfilm bei den Goya-Preisen 2026 kommt Todos somos Gaza im September 2026 in die spanischen Kinos.

Palästina, Spanien 2026, 107 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. Untertiteln

Sa 10.10., 18.00 h
Linden-Museum Stuttgart


THE CLOWN OF GAZA
Ein Dokumentarfilm von Abdulrahman Sabbah

Der Film portraitiert den Künstler Alaa Meqdad. Die Bombenangriffe auf Gaza-Stadt haben ihn und seine Familie in ein Zeltlager getrieben. Mit außergewöhnlichem Optimismus versucht er das Leben im Hier und Jetzt zu genießen und es für andere erträglicher zu machen. Zusammen mit seinem Partner tritt er als Clown Aloosh für Kinder in Krankenhäusern und auf der Straße auf. Ihre Witze, Lieder und ihre grenzenlose Energie lassen die schreckliche Realität für einen Moment in den Hintergrund treten. Eine Rückkehr Alaas und seiner Familie in ihre Heimat – oder das, was davon übrig geblieben ist – rückt in greifbare Nähe, als die Nachricht eintrifft, dass die Straßen nach Gaza-Stadt wieder geöffnet sind.
Abdulrahman Sabbahs erster abendfüllender Dokumentarfilm ist eine Hommage an Menschlichkeit, Liebe und Widerstandskraft in finsteren Zeiten.

Palästina, Frankreich, Katar 2025, 61 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. Untertiteln

So 04.10., 18.00 h
Linden-Museum Stuttgart


 

Weitere Palästina-Filme im Tübinger Programm ab 09.10.2026
Palestine: Voices For Justice & Peace

Details unter "Festival expanded"

 


SAUDI ARABIEN


UNIDENTIFIED | AL-MAJHOULA
Ein Spielfilm von Haifaa Al Mansour

In der Wüste Saudi Arabiens wird die Leiche eines jungen Mädchens entdeckt. Aus Angst, ihre Familie zu beschämen, will sich keiner der Männer im Ermittlungsteam um die Aufklärung des Mordes kümmern – bis die Polizeisekretärin Nawal auf eigene Faust zu ermitteln beginnt. Nawal Neugier wird bald zur Obsession und auch wenn ihre Vorgesetzten den Fall schnell zu den Akten legen wollen, ist sie fest entschlossen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Die Suche nach Gerechtigkeit führt Nawal nicht nur zu den Abgründen eines ungelösten Verbrechens, sondern auch in die Tiefen einer Gesellschaft im Wandel. Ein fesselnder Thriller über den Mut von Frauen, sich gegen das Schweigen zu stellen.
Unidentified, der neue Film der weltweit prämierten saudischen Regisseurin Haifaa Al Mansour (Das Mädchen Wajda 2012, Mary Shelley 2017, The Perfect Candidate 2019 uvm.) feierte seine Weltpremiere 2025 in Toronto und lief auf zahlreichen internationalen Filmfestivals.

Saudi Arabien 2025, 99 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. Untertiteln

Mi 07.10., 19.30 h
Linden-Museum Stuttgart


HIJRA
Ein Spielfilm von Shahad Ameen

Die zwölfjährige Janna macht sich mit ihrer strengen Großmutter Sitti und ihrer rebellischen Schwester Sarah auf den Pilgerweg nach Mekka. Doch bevor sie ihr Ziel erreichen, verschwindet die jugendliche Sarah plötzlich – und zwingt Janna und Sitti zu einer spannungsgeladenen Suche. Aus Angst, Sarahs Vater könnte davon erfahren, gehen Sitti und Janna bis an ihre Grenzen, um unbedingt herauszufinden, warum Sarah verschwunden ist. Ihre Reise führt sie vom Süden Saudi-Arabiens bis an dessen nördliche Grenzen, wobei sie alte Pilgerwege durchqueren und mit Fremden, rauen Landschaften und längst vergrabenen Familiengeheimnissen konfrontiert werden. Während sie sich näherkommen, beginnt Janna, Geschichten aus Sittis Vergangenheit zu enträtseln. Die Suche offenbart tiefe generationenübergreifende Gräben zwischen den Frauen ihrer Familie.
Und während ihre beschwerliche Reise zunehmend Parallelen zu den spirituellen Prüfungen der Hadsch aufweist, finden Janna und Sitti vielleicht etwas Größeres als Versöhnung – nämlich Erlösung.
In ihrem visuell überwältigenden Spielfilm erforscht Regisseurin Shahad Amin (Scales, AFF 2020) die Bedeutung von Freiheit für Frauen verschiedener Generationen in ihrem Heimatland. Hijra wurde 2025 in Venedig uraufgefúhrt (NETPAC Award: Best Asian Film 2025) und ging für Saudi Arabien in das Rennen um den Oscar 2026.

Saudi Arabien, Ägypten, Irak, VK 2025, 114 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. Untertiteln

Fr 09.10., 20.00 h
Linden-Museum Stuttgart

 


SOMALIA


BARNI
Ein Spielfilm von Mohammed Sheikh

In einem kleinen somalischen Dorf leben verschiedene Hirtenfamilien zusammen. Als die neunjährige Barni nach einer Hochzeitsfeier plötzlich verschwindet, wird die Gemeinschaft in Aufruhr versetzt. Trotz der unermüdlichen Bemühungen des gesamten Dorfes kann Barni nicht gefunden werden. Amina, ihre ältere Schwester, macht sich daraufhin gemeinsam mit ihren Freunden Hirsi und Geedi auf den Weg in die Stadt, um sie zu dort weiter zu suchen.
Mohammed Sheikhs Regiedebüt beleuchtet den Alltag und die Herausforderungen somalischer Dorfgemeinschaften. Das Verschwinden eines Dorfmädchens verwandelt er in diesem Film in eine Hommage an Mut, Loyalität und Menschlichkeit.
Barni wurde 2025 auf dem Red Sea International Film Festival uraufgeführt und lief 2026 beim Locarno Film Festival.

Somalia, Dschibuti, USA 2025, 87 Min., Originalfassung (Somali, Arabisch) mit engl. Untertiteln

Mo 05.10., 19.30 h
Linden-Museum Stuttgart


SYRIEN


CHRONICLES FROM THE SIEGE
Ein Spielfilm von Abdallah Alkhatib

Als ihre Stadt belagert wird, verlieren die Bewohner den Boden unter den Füßen. Jeder und jede von ihnen muss schwierige Entscheidungen treffen, um im Kriegsgebiet überhaupt überleben zu können. Gewissenskonflikte und alltägliche Sehnsüchte treten hervor. Hunger, fehlende medizinische Versorgung, Scharfschützen und Bombenexplosionen: Trotz allem müssen sie ihr Leben weiterleben, Freundschaft pflegen, Liebe und Intimität erleben oder sich eine Zigarette wünschen. Darf man Videokassetten geliebter Filme verbrennen, um sich zu wärmen? Einen Kühlschrank für einen Zigarettenzug verhökern? Die seelischen Folgen der Belagerung werden gekonnt vielschichtig, dramatisch, aber auch mit viel Situationskomik dargestellt.
Der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib zeigt in seinem ersten Spielfilm, wie Menschen versuchen, in einer andauernden aussichtslosen und lebensbedrohlichen Situationen ein möglichst normales Leben zu führen. Mit seinem Dokumentarfilm Little Palestine (AFF 2021) über das palästinensische Yarmouk-Flüchtlingslager in Syrien hat der 1989 in Damaskus geborene und inzwischen in Deutschland lebende Alkhatib bereits diverse Preise gewonnen. Chronicles from the Siege wurde im Februar 2026 auf der Berlinale uraufgeführt und mit dem Preis für das beste Spielfilmdebüt ausgezeichnet.

Algerien, Palästina, Frankreich 2026, 98 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. Untertiteln

So 04.10., 19.15 h
Linden-Museum Stuttgart


SPEZIAL WESTSAHARA


NOMAD SHADOW | THAL BADAOUI
Ein Spielfilm von Eimi Imanishi

Mariam (Nadhira Mohamed), eine rebellische junge saharauische Frau, wird nach zehn Jahren in Spanien in die Westsahara abgeschoben. Von Versagen und dem Verlust ihrer Freiheit belastet, hat sie mit den strengen Erwartungen ihrer Familie zu kämpfen. Gefangen in einem emotionalen Abgrund zwischen der Welt, die sie sich wünscht, und der Welt, in der sie sich wiederfindet, begleitet der Film Mariams turbulenten Kampf, während sie versucht, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, an einem Ort, der ihr zugleich vertraut und befremdlich erscheint. Sie nimmt wieder Kontakt zu ihrem Ex-Freund auf und schließt sich einer Gruppe von Haschischhändlerinnen an, deren Leben ihrem eigenen ähnelt.
Nomad Shadow, das Spielfilmdebüt der preisgekrönten japanisch-US-amerikanischen Regisseurin und Drehbuchautorin Eimi Imanishi, entstand aus einer Frage, die in filmischen Erzählungen zum Thema Migration selten beleuchtet wird: Was geschieht nach der Abschiebung? Was wird aus den Männern und Frauen, die einst auf der Suche nach einer Zukunft alles riskiert haben, nur um dann an genau jene Orte zurückzukehren, aus denen sie zu fliehen versuchten?
Nomad Shadow feierte seine Weltpremiere 2025 beim Toronto International Film Festival.

USA, Spanien, Frankreich 2025, 82 Min., Originalfassung (Arabisch, Spanisch) mit engl. Untertiteln

Di 06.10., 19.30 h
Linden-Museum Stuttgart


SCHULVORSTELLUNGEN

Das Arabische Filmfestival bietet Sondervorstellungen für Schulklassen in Originalfassung mit deutschen Untertiteln an. Die Schulvorstellung im Linden-Museum Stuttgart können Sie ideal mit einem Besuch der faszinierenden Orient-Dauerausstellung verknüpft. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre sowie bis zu zwei Begleitpersonen pro Schulklasse erhalten freien Eintritt in die Ausstellung.
Unkostenbeitrag Schulvorstellung 5€ pro Schüler/in, bis zu zwei Lehrkräfte/Begleitpersonen sind kostenfrei.
Anmeldung unter: anmeldung@lindenmuseum.de.


MIT LEISER STIMME | IN A WHISPER | À VOIX BASSE
Ein Spielfilm von Leyla Bouzid
 
Die in Paris lebende Lilia reist in ihr Geburtsland Tunesien, um ihren Onkel Daly zu beerdigen. Begleitet wird sie von ihrer Lebensgefährtin Alice, die in einem nahegelegenen Hotel unterkommt, damit Lilias Familie nichts von ihrer Beziehung erfährt. Selbst Lilias Mutter Wahida (Hiam Abbass) ahnt nichts von der Beziehung ihrer Tochter, mit der sie nicht nur Schande über ihre Familie bringen würde, sondern die in Tunesien sogar unter Strafe steht. Als Lilia während der mehrtägigen Trauerfeier erfährt, dass ihr Onkel unter rätselhaften Umständen ums Leben gekommen ist, beginnt sie, eigene Nachforschungen anzustellen. Sie ist es leid, sich vom familiären Versteckspiel demütigen zu lassen, und dringt immer tiefer in die queere Subkultur Tunesiens und damit in ein Netz aus Geheimnissen ein, das nicht nur ihre Familie, sondern die ganze Gesellschaft umspannt. Die Geister der Vergangenheit weisen ihr dabei mit leiser Stimme den Weg.
Ein ergreifendes und elegant inszeniertes Familiendrama über Identität, Familie und die zerstörerische Kraft des Unausgesprochenen.

Tunesien, Frankreich 2026, 112 Min., Originalfassung (Arabisch, Französisch) mit deutschen Untertiteln |
FSK ab 0 Jahren, ohne Altersbeschränkung | Empfohlen ab Klasse 9

Mo 05.10., 10.00 h
Linden-Museum Stuttgart


WOHIN DER WIND UNS TRÄGT | WHERE THE WIND COMES FROM
Ein Spielfilm von Amel Guellaty
 
Die rebellische Alyssa und der zurückhaltende Mehdi, beide um die zwanzig, sind beste Freunde mit großen Träumen: Sie will der Perspektivlosigkeit ihres Alltags entfliehen, er träumt davon, als Künstler in Tunesien Fuß zu fassen. Als die beiden von einem Kunstwettbewerb auf der fernen Urlaubsinsel Djerba erfahren, bei dem ein Atelieraufenthalt in Deutschland als Hauptpreis winkt, beginnt ein Roadtrip quer durch das Land, der ihr Leben verändern könnte. Schon das Beschaffen eines Fahrzeugs bedarf Alyssas Kühnheit, und ehe Mehdi sich versieht, sind sie unterwegs durch ein unbekanntes Tunesien, das ebenso faszinierend wie gesellschaftlich erdrückend ist.
Regisseurin Amel Guellaty stellt in ihrem Spielfilmdebüt die Jugend ins Zentrum und zeichnet das Porträt einer Generation des Dazwischenseins: einer Generation tunesischer junger Erwachsener, die gegen festgefahrene Regeln rebellieren, eigenen Träumen sehnsuchtsvoll entgegenblicken und zugleich fest in Traditionen und kulturellem Erbe verwurzelt bleiben.
Mit dem poetischen Coming-of-Age-Roadmovie fügt sich die Regisseurin in die Reihe starker weiblicher Stimmen des aufblühenden tunesischen Filmschaffens ein.

Tunesien, Frankreich, Katar 2025, 99 Min., Originalfassung (Arabisch, Französisch) mit deutschen Untertiteln |
FSK ab 12 Jahren | Empfohlen ab Klasse 9

Do 01.10., 10.00 h
Linden-Museum Stuttgart


A SAD AND BEAUTIFUL WORLD
Ein Spielfilm von Cyril Aris

Nino und Yasmina werden während eines Bombenangriffs in Beirut im selben Krankenhaus, am selben Tag und nur Sekunden nacheinander geboren, ohne zu ahnen, dass sich ihre Lebenswege für immer miteinander verweben werden. Im ewigen Chaos Beiruts werden sie Kindheitsfreunde, verlieren sich aus den Augen, nur um sich Jahrzehnte später durch einen Zufall wiederzutreffen und Hals über Kopf zu verlieben. Nino betreibt mittlerweile das Restaurant seiner Familie mit ansteckender Lebensfreude, die desillusionierte Karrierefrau Yasmina würde am liebsten nach Europa auswandern. In ihrer Gegensätzlichkeit findet das Paar echte Seelenverwandtschaft. Als Yasmina aber unerwartet schwanger wird, erlebt ihre junge Liebe eine Zerreißprobe. Während Nino sein Vaterglück kaum fassen kann, plant Yasmina, das Land zum Wohl ihrer Tochter endgültig zu verlassen...
Die einfühlsame Tragikomödie zeigt, wie die Liebe den anhaltenden Krisen im Libanon trotzt, auch wenn die politischen und wirtschaftlichen Umstände ihren Tribut fordern.

Libanon, USA, Deutschland, Saudi-Arabien, Katar 2025, 110 Min., Originalfassung (Arabisch) mit deutschen Untertiteln
FSK ab 12 Jahren | Empfohlen ab Klasse 9

Fr 02.10., 10.00 h
Linden-Museum Stuttgart